Lehre              
Jim Valby

Jim Valby über Santi Maha Sangha

Die Santi Maha Sangha Ausbildung ist keine Voraussetzung für Verwirklichung. Santi Maha Sangha wurde von Chögyal Namkhai Norbu geschaffen mit der Absicht, dass die Dzogchen Lehren zukünftig in ihrer reinen Form fortgesetzt werden können. Es gibt zwei Voraussetzungen, damit die Lehren fortbestehen können. Zum einen müssen wir in den Zustand von Rigpa gelangen. Das ist die Lehre. Wir müssen mit dem Zustand von Rigpa vertraut werden. Wenn wir nicht in den Zustand von Rigpa gelangen und mit ihm vertraut werden, dann gibt es keine Lehre, die fortgesetzt werden könnte. Die Lehre besteht nicht aus Büchern und Gebäuden und Ritualen. All diese Dinge sind zweitrangig.
Die wahre Lehre bedeutet: Wir gelangen in den Zustand von Rigpa; wir werden mit ihm vertraut; der Zustand stabilisiert sich. Es ist unmöglich, dass die Dzogchen-Lehren weiter bestehen können, wenn wir als Praktizierende dieses Wissen nicht erlangen.

Als zweite Voraussetzung gilt, dass wir, wenn wir uns mit der Übertragung verbinden und in diesen Zustand von Rigpa gelangen und damit etwas vertraut werden, auch wissen, wie wir Verständnis für andere Wesen gewinnen und wie wir uns mit ihnen verständigen können, sodass sie ihrerseits verstehen. Das bedeutet, wir verstehen die Grundprinzipien von allen Lehren, wir haben alle verschiedenen Methoden geübt und wissen, wie sie funktionieren.

Das ist das Ziel der Santi Maha Sangha Ausbildung. Es ist nicht nötig, dass wir die gesamte Santi Maha Sangha Ausbildung absolvieren. Aber es ist sehr hilfreich, das Basisbuch zu studieren, die Essenz von Sutra, Tantra und Dzogchen zu erlernen, die Methoden anzuwenden und mit diesen Methoden Ergebnisse zu erzielen. Dieses Buch “Die Kostbare Vase” ist wirklich wundervoll. Es ist allerdings nicht so wundervoll, wenn wir die Essenz dessen, was darin enthalten ist, nicht verstehen und anwenden. Für mich ist die Santi Maha Sangha Ausbildung sehr nützlich, weil ich Bücher sehr gerne mag. Viele Jahre lang habe ich sehr viel gelesen und studiert und nur wenig praktiziert. Heute hält sich das eher die Waage. Praxis hilft uns, mit unserem intellektuellen Studium voran zu kommen. Wir beginnen, die Bedeutung wirklich zu verstehen. Es gibt auch einige Praktizierende, die viel Zeit mit Praxis und wenig mit Studieren zubringen. Diese Praktizierenden haben möglicherweise viele Meditationserfahrungen, aber sie haben keine Ahnung davon, was da vor sich geht und sie wissen auch nicht, wie sie sich mit anderen verständigen können.

Wenn wir also beim Studium oder mit der Praxis etwas träge sind, dann ist Santi Maha Sangha hilfreich. Rinpoche sagt z.B.: “Studiert dieses Buch und praktiziert diese Methoden.“ Und nachdem wir den Lehrgang für den erste Stufe absolviert haben, sagt er: “Jetzt erwarte ich, dass ihr dieses Buch studiert und diese Methoden praktiziert.” Und wir sagen: “Okay”. Und dann erhalten wir noch ein Buch, wieder mit neuen Praxismethoden. Und wir haben wieder neuen Stoff zum Lernen. Und die darin enthaltenen Ideen sind nicht leicht zu verstehen. Alles wird immer tiefgründiger. Und wir erhalten neue Sutra-Praxisanleitungen, Tantra-Praxisanleitungen und Dzogchen-Praxisanleitungen. Es ist wie ein kleines Programm: Du studierst, du lernst und du praktizierst es, Sutra, Tantra und Dzogchen. Das kann sehr hilfreich sein, wenn wir etwas faul sind in Bezug auf Studium und Praxis, oder wenn wir einfach verwirrt sind und nicht wissen, was wir tun sollen. (...)

Wenn wir in Bezug auf die Dzogchen Lehren mehr ins Detail gehen wollen, lernen wir zunächst die Essenz von Sutra, Tantra und Dzogchen auf intellektuelle Weise. Und dann lernen wir die Essenz der Methoden von Sutra, Tantra und Dzogchen und praktizieren sie. So bekommen wir eine Vorstellung davon, was Chögyal Namkhai Norbu lehrt. Es ist gut für unsere eigene Verwirklichung, auf diese Weise zu lernen und zu praktizieren.

Santi Maha Sangha Training Oktober 2001, Höfen
Jim Valby ist Santi Maha Sangha Lehrer für die Basis